Mein persönlicherDie Formel 1 Saison 2023 war das Jahr der Superlativen. Mit insgesamt 23 geplanten Rennen und zusätzlichen sechs Sprintrennen, war der Rennkalender so voll wie noch nie. Zudem hat der Grand Prix von Las Vegas zuletzt neue Maßstäbe in die Königsklasse des Motorsports gebracht. Ob das gut für den Sport ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Worüber sich aber alle einig sind: Max Verstappen war zusammen mit Red Bull der Dominator der abgelaufenen Saison.
MAXimum im Jahr 2023
Max Verstappen ist das Maß aller Dinge. Im Alleingang fährt er sich und Red Bull zur erneuten Fahrer- und Teammeisterschaft. Viele Fans sind längst von dieser Dominanz gelangweilt. Ich sehe das anders: Ehre, wem Ehre gebührt. Rückblickend werden wir froh sein, diese Fahrer-Team-Kombination erlebt haben zu dürfen. Wer weiß, ob es jemals wieder eine solche Hammer-Saison geben wird.

Red Bull Racing und Max Verstappen können nur hoffen, dass sie dieses Wahnsinns-Momentum noch lange Zeit aufrechterhalten können. Denn die Formel 1 ist dafür bekannt, dass vermeintliche Favoriten in der nächsten Saison nicht mehr so erfolgreich sind. Das Jahr 2005 ist ein Beispiel dafür. Michael Schumacher hat zusammen mit Ferrari alles gewonnen, was man gewinnen kann – Insgesamt fünf Weltmeisterschaften in Folge. In der 2005er Saison hat Schumacher lediglich nur ein Rennen gewinnen können und dies mehr als fragwürdig. Hätte es das Skandal-Rennen in Indianapolis nie gegeben, hätte Schumacher auch das nicht gewinnen können.
Niemand nimmt an, dass die roten Bullen nächstes Jahr nicht mehr konkurrenzfähig sein werden, aber die anderen Team sind im Laufe der Saison sichtlich Näherkommen.
Aufstieg und Fall von Aston Martin und McLaren
Die größten Überraschungen aus Teamsicht sind Aston Martin und McLaren. Nachdem Aston Martin 2022 die große Enttäuschung war, ist das Team rund um Mike Krack die positive Überraschung der ersten Jahreshälfte 2023 gewesen. Kaum jemand im Fahrerlager konnte nachvollziehen, warum Fernando Alonso zu Aston Martin gewechselt ist. Das Team war 2022 Platz sieben in der Konstrukteurswertung. Vermutlich glaubte nur der Spanier selbst an diesen Wechsel und bereits beim Saisonauftakt in Bahrain hat er alle Kritiker verstummen lassen. Platz drei für Alonso und das Team aus Silverstone. Insgesamt acht Podiumsplätze konnte Alonso im ersten Jahr für Aston Martin einfahren. Die erste Jahreshälfte war besonders überraschend für die Mannschaft. Nach dem Monaco-GP lag Aston Martin mit 120 WM-Punkten sogar auf Platz zwei der Team-Wertung.

Zu diesem Zeitpunkt der Saison hatte McLaren nur magere 17 WM-Punkte. Die beiden englischen Piloten erreichten nur selten die Punkteränge – von Podestplätzen ganz zu schweigen. Der MCL60 war ein Wagen, der mit Problemen, statt Punkten glänzte. Dies änderte sich jedoch drastisch mit dem großen Update-Paket zum Grand Prix in Österreich. Das komplette Fahrzeugkonzept wurde geändert und McLaren war sofort in der Lage, um die vorderen Plätze zu kämpfen.
Während Aston Martin keine signifikanten Schritte nach vorne machen konnte, holte McLaren kontinuierlich ihren Punkterückstand auf. Norris und Piastri waren in den letzten 17 Sprint-/Rennen des Jahres insgesamt 13-mal auf dem Podium. Am Ende platzierte sich das Team aus Woking mit Platz vier in der Konstrukteurswertung einen Platz vor dem Überraschungsteam der ersten Saisonhälfte Aston Martin. Damit Aston Martin im nächsten Jahr weiterhin konkurrenzfähig bleibt, ist es meiner Meinung nach wichtig, dass Stroll ebenfalls regelmäßig punkte sammelt. Sonst könnte es sehr schwer für das Team werden.
Williams-Wunder
Für Williams war 2023 ein wichtiges Jahr. Endlich geht es für das Traditionsteam nach vorne. Seit 2018 war – mit Ausnahme von 2021 – der letzte Platz in der Team-Wertung für Williams reserviert. Das einzige Highlight in den letzten Jahren war der zweite Platz von George Russell im fragwürdigen Regenrennen in Spa-Francorchamps. Daher ist der siebte Platz in der Konstrukteurswertung von großer Bedeutung. Es war die erste Saison für den neuen Williams-Teamchef James Volwes. Er sorgte dafür, dass die Strukturen innerhalb des Teams verbessert wurden. Ebenso war es die erste Saison für Logan Sargeant. Anders als Volwes performte der Amerikaner in seiner Rookie-Saison noch nicht auf dem gewünschten Niveau. Im Vergleich zum Teamkollegen Alexander Albon punkte Sargeant nur einmal. Platz zehn während des Texas-GP war das höchst der Gefühle. Albon sammelte im Vergleich dazu 27 Punkte. Trotzdem wird Logan Sargeant auch im nächsten Jahr für Williams an den Start gehen. Dies wurde Anfang der Woche bekannt gegeben.

Wenn sich Sargeant im nächsten Jahr verbessert, dann hat das Traditionsteam echt Potenzial. Denn seit November hat Williams mit Pat Fry einen neuen und erfahrenen Technikdirektor und mit Alex Albon einen erfahrenen und motivierten Nummer-Eins-Fahrer im Team.