Die erste Woche der Fahrzeugpräsentationen ist vorbei und fünf Teams haben bereits ihren Boliden für das kommende Jahr vorgestellt. Grund genug, sich die Auto technisch genauer anzuschauen und eine Vorschau für das Jahr 2024 zu wagen!
MoneyGram Haas F1 Team
Haas stellte am vergangenen Freitag als erstes Team ihren VF-24 vor. Man könnte zynisch meinen, dass es das letzte Mal gewesen sei, dass die US-amerikanische Mannschaft irgendwo vorne liegt.

Um das für diese Saison zu ändern, hat Haas ihren neuen Boliden mit zahlreichen Updates versehen. Auffälligste Änderung sind die seitlichen Lufteinlässe. Diese sind nun deutlich schmaler als zuvor und sehr eindeutig an dem Red-Bull Design orientiert – genauso wie die Seitenkästen im gesamten. Die Downwash-Philosophie ist seit dem Austin-Updatepaket Teil des Wagens und das Team rund um den neuen Teamchef – und ehemaligen Chefingenieur – Ayao Komatsu hält weiterhin an diesem Grunddesign fest!
Zusätzlich liegt die Motorenabdeckung nun deutlich enger am Fahrzeug als letztes Jahr an. Damit verbunden sind ebenfalls die oftmals dramatisch großen Luftauslässe an der Seite des letztjährigen Fahrzeuges verschwunden. Insgesamt soll die Luft so noch besser den neuangepassten Heckflügel anströmen.
Alles in allem ist der Haas VF-24 eine Evolution und keine Revolution. Und dass, obwohl es das Team so dringend nötig hätte! Die einigermaßen starken Qualifyings wurden durch den hohen Reifenverschleiß im Rennen immer zu Nichte gemacht. Komatsu machte außerdem mit einer Aussage während der Veröffentlichung auch wenig Hoffnung, dass es dieses Jahr besser werden könnte: „Ich glaube, wir werden trotzdem weit hinten stehen, womöglich an letzter Stelle“.
Williams Racing
Der neue Bolide von Williams heißt FW46. Viel mehr über den Wagen wissen wir noch nicht. Bei dem gezeigten Auto bei der Präsentation handelt es sich lediglich um ein Showcar. Nette Lackierung, sonst kann bisher auf noch nichts neues geschlossen werden. Der geplante Shakedown mit dem echten Fahrzeug findet am 20. Februar einen Tag vor den Testfahrten in Bahrain statt. Bis dahin kann nur spekuliert werden, wie sich das Team aus Grove in dieser Saison schlagen wird.

Einer der größten Schwachpunkte im vergangenen Jahr war Logan Sargeant. Während Alex Albon 27 WM-Punkte einfahren konnte, gelang es dem Rookie nur einmal zählbares zu erfahren. Ein einziger Punkt nach dem Texas Rennen ist einfach zu wenig, wenn der Teamkollege regelmäßig um Top-10-Platzierung kämpft. Einen Welpenschutz hat Sargeant nach seiner Rookie-Saison 2023 dieses Jahr definitiv nicht mehr! Da werden auch die eigenen Millionen als Sponsoring nicht helfen, das Team nach vorzubringen.
Das letztjährige Auto hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, aber „wir wissen, wo unsere Stärken und Schwächen liegen“, erklärt Albon. Langgezogene Kurven kombiniert mit heißen Temperaturen seien die größten Knackpunkte des FW45 gewesen. Wenn die Mannschaft rund um Teamchef James Vowles diese Probleme in den Griff kriegt, stehen die Chancen gut, dass das Team Platz sieben in der Konstrukteursmeisterschaft verteidigen kann. Der Sprung ins Mittelfeld scheint eher unrealistisch. Dafür ist es schlicht zu früh und die Modernisierungsarbeiten an der neuen Fabrik sind ebenfalls noch nicht abgeschlossen.
Stake F1 Team Kick Sauber
Im giftgrünen Gewand gibt sich der neue Dienstwagen von Valteri Bottas und Guanyu Zhou. Grund dafür der neue Titelsponsor: Aus Alfa Romeo wird 2024 Stake F1 Team Kick Sauber. Dabei ist Stake ein Onlinecasino und Kick eine Online-Streaming-Plattform.

Neu ist nicht nur der Name, wie Technikchef James Key während der Präsentation verriet: „Es ist ein komplett neues Auto“. Am besten ist die Veränderung an der vorderen Radaufhängung zu erkennen. Das Team wechselt von Push- auf Pullrods. Eine wegweisende aerodynamische Entscheidung, wodurch das komplette vordere Chassis und das Monocoque erneuert werden musste. Zusätzlich wird der C44 eine ästhetisch ansprechende Airbox haben. Weg von der eigenen Designwahl mit vier Einlässen, hin zur Massenlösung mit drei Öffnungen.
Mit neuen Teamfarben und Namen, könnte man meinen, dass für die Mannschaft aus Hinwil ein Neuanfang 2024 bevorsteht. In Wirklichkeit ist es jedoch eher eine Übergangszeit, bevor 2026 Audi die Leitung übernehmen wird. Dabei wäre ein echter Neuanfang dringend notwendig. Während Sauber beim Regelumbruch 2022 das einzige Team war, welches nicht mit Übergewicht am Auto zu kämpfen hatte und daher vor allem zu Beginn der Saison große Vorteile hatte, ging es seitdem nur noch zurück im Klassement. Die 23er-Sasion beendete das Team nur auf dem vorletzten Platz.
BWT Alpine F1 Team
Back to Black heißt es beim Team aus Enstone. Wenige blaue und rosa Streifen kleiden das sonst sehr karbonlastige Design des neuen A524. Wie auch bei anderen Teams keine Frage der Optik, sondern eine des Gewichts. Alpine will in der neuen Saison zulegen – Nicht an Gewicht, sondern an Performance. Im vergangenen Jahr ist die französische Mannschaft auf den sechsten Platz der Konstrukteurswertung gerutscht. Damit sich das 2024 nicht fortsetzt, will man einiges verändert haben am neuen Auto.

Alpine geht auch 2024 eigene Wege. Es ist bisher das einzige Team, welches nicht auf die Downwash-Philosophie bei den Seitenkästen setzt, sondern auf die bekannte „Wasserrutschen“-Optik vertraut. Ebenfalls ein Novum ist die vordere Radaufhängung. Während ein klarer Trend zur Verwendung von Pullrods zu erkennen ist, nutzt Alpine auch für den A524 die Pushrods aus dem vergangenen Jahr.
Nichtsdestotrotz hat sich einiges getan am neuen Boliden. Das Potenzial des Vorjahreswagen sei komplett ausgeschöpft gewesen. Deshalb habe man bei Alpine ein komplett neues Auto für die Saison 2024 entwickelt, so Matt Harman, der technische Direktor von Alpine.
Optisch fällt die breitere Nase und die rechteckige Airbox sofort auf. Für den neuen Wagen ist Alpine nicht das einzige Team, welches sich beim Weltmeister Red Bull einiges abgeschaut hat: So hat man sich beispielsweise stark beim Unterboden am Design vom RB19 orientiert.
Die größte Schwäche der letzten Jahre war definitiv die Power Unit. Esteban Ocon und Pierre Gasly müssen mit mindestens 30PS wenige auskommen als die Konkurrenz. Ein großes Defizit für das Team, mit welchem man 2024 ebenfalls zu kämpfen haben wird. Die Regularien für die Motoren sind eingefroren und große Updates somit verboten. Einzig Software-Updates waren erlaubt. Insgesamt schauen die Anpassungen am A524 nicht so aus, als könnte Alpine in der neuen Saison wieder vermehrt in den oberen Punkterängen mitspielen.
Visa Cash App RB Formula One Team
Ein Show-Car in der Weltstadt der Unterhaltung. Mit einem riesigen Launch-Event parallel zum anstehenden Superbowl hat Racing Bulls in Las Vegas ihre neue Team-Identität präsentiert. Doch wie viel Red Bull steckt im neuen VCARB 01?

Anfang letzten Jahres wurde viel über einen drohenden Verkauf des Alpha-Tauri-Teams spekuliert. Red Bull hat sich jedoch dazu entschieden, mit einem neuen Namen und einer engeren Zusammenarbeit das Team aus Faenza wieder profitabel zu gestallten. Damit ist auch der – sagen wir – wenig traditionelle Name des Teams zu erklären.
Abgesehen von den politischen Diskussionen über die Zukunft des Teams, will Racing Bulls auch 2024 wieder Schlagzeilen auf der Strecke machen. Das Fahrer-Line-up ist wohl bekannt: Mit Daniel Riccardo sitzt ein sehr erfahrener Pilot im Cockpit und mit Yuki Tsunda einer, der das Team mittlerweile hervorragend kennt. Ein Fahrer-Duo also, welches nur noch das richtige Auto benötigt.
Auf dem ersten Blick fällt schon auf, dass die Ähnlichkeiten zwischen dem RB19 und dem VCARB 01 sehr groß sind. Nasenspitze, Radaufhängung, seitliche Lufteinlässe oder auch der Heckflügel. Die Liste der quasi baugleichen Komponenten könnte noch endlos fortgesetzt werden. Die Vergangenheit der Formel 1 hat jedoch schon mehrfach gezeigt, dass einfaches Kopieren und Übernehmen von Designs und Techniken nicht immer zum Erfolg führen. Vielmehr muss man das eigene Auto verstehen und an die eigenen Bedürfnissen anpassen. Ob das dem neuen Team von Peter Bayer und Laurent Mekies gelinkt, wird spannend sein sich anzuschauen.
Im vergangenen Jahr lang Alpha Tauri mit 25 Punkten knapp hinter Williams auf Platz acht der Teamwertung. Aber gerade zum Ende der Saison punktete das Team vermehrt. Wenn die italienische Mannschaft diesen Aufschwung und die neugewonnenen Synergien richtig nutzten kann, dann ist ein Sprung nach vorne diese Saison möglich. Für Daniel Ricciardo ist es besonders wichtig 2024 konstant vorne dabei zu sein, denn das sei „das Ziel“!
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